







Bericht:
Über Biene ( geboren: 29.08.2011 ) - einige Einsteller meinten, sie sei ein Problempferd:
Vor dem ersten Termin:
- legt schnell die Ohren an
- Möchte nicht gerne angefasst werden (v.a. Nicht unter dem Bauch und nahe am Kopf, bei
Franzi meistens okay )
- Mag es nicht, wenn Menschen/ Pferde ihr zu nahe kommen ( tritt und beißt auch, wenn ihr
Wunsch nach Abstand nicht respektiert wird oder sie das andere Lebewesen nicht kommen
sieht und es plötzlich dicht bei ihr ist )
- Schnell verunsichert: Wetterumschwung, Veränderung in der Herde, neue Wege im Gelände,
Stangenarbeit (wenn zu hoch oder zu viel) oder Geräusche, die sie nicht zuordnen kann (z.B.
Kinder), hektische Bewegungen
- Beine kreuzen bei Sattel und Gurt
- Stellung und Biegung schwer
- Nicht immer ganz anwesend oder Ohren ganz gespitzt nach dem Umweltreiz
- Lässt sich öfters bitten
- Spiegelt deutlich die Stimmung ihres Gegenübers: bin ich krank, schlecht gelaunt oder mit den
Gedanken abwesend, ist auch Biene abwesend, unsicher, reizbar
- Von der Herde weg - nur wenn es sein muss
- Entspannen fällt ihr schwer, immer auf hab acht
- Kuscheln - nein danke
- Schnell überfordert
- Fordert viele Pausen
- Am liebsten Arbeit im Schritt (v.a. Im Gelände, in höheren Gangarten scheinen mehr Geister
durch den Wald zu huschen)
- Ist viel los, also viele Reize da, sind die Ohren fast nur hinten, die Nüstern angezogen und
schnell die Zähne sichtbar
- Testet immer wieder Grenzen
- Abwehren statt abwarten
- Spitzname im alten Stall : ,, böse Biene‘‘
- Schon eine positive Wesensveränderung durch Wechsel von Boxenhaltung in Offenstallhaltung
und durch ein anderes Umfeld von neuen, nicht voreingenommenen Menschen
Während derm ersten Termin:
- den Bernd, denn kenn ich garnicht
- Oh nein, ein Mann
- Nach der Begrüßung war Bernd nur noch halb so schlimm
- Aber bitte nicht anfassen
- Berührungen wurden mit der Zeit in Ordnung, aber neue Stellen am Körper mussten erst erneut
überlegt werden
- Immer wieder schauen, ob Bernd nichts böses möchte
- Konnte nicht ganz entspannen, Ansätze waren da, aber sie war immer leicht auf hab acht
Stellung, als fände sie die Handlung Bernds gut, aber sie möchte die Kontrolle nicht verlieren
- Biene versuchte immer wieder aus der Situation ein paar Schritte weg zu gehen, wir mussten
sie mehrmals zurück bitten
- Der Kopf ging ständig zu Boden auf der Suche nach Futter oder irgendwas anderem
- Es ,, ratterte‘‘ ziemlich lange im Kopf, längere Pausen , bis Bernd weitermachen konnte
- Kohltour: Flucht zur Herde
- Warme Stellen um den Widerrist und hinten ( links mehr als rechts )
Danach:
- 1. Tag ziemlich müde und geschafft
- Freut sich, uns zu sehen
- Kommt mit mir mit, ohne zu überlegen
- Freut sich über den Spaziergang, Bodenarbeit, Hauptsache was unternehmen
- Erkundet aktiver ihre Umwelt
- Wirkt wacher
- Oft folgender Moment: Ein Geräusch, sie bleibt stehen, horcht und guckt und nach kurzer Zeit
kann es weiter gehen ( vorher: auch hören, aber manchmal auch Fluchtversuche, statt
Einordnen )
Während dem zweiten Termin: ( Fokus vorderer Körper )
- ,, nicht der schon wieder‘‘
- Sie war skeptisch, als Bernd näher kam
- Nach der Begrüßung war Bernd in Ordnung
- Im Vergleich zum ersten Termin deutlich mehr Momente der Entspannung
- Sie kam vermehrt zum loslassen, zum Kontrolle abgeben
- Vermehrtes Beißen und hochziehen des Hinterbeins
- Nach längerer Berührung/ Behandlung der zuvor stark abgewehrten Körperregionen schien die
Handlung in Ordnung oder sogar gut zu sein
- Sie fing an mitzumachen: Bein heben, usw.
- Bitten nach Leckerlies
- Das erste mal, dass kuscheln ihrerseits akzeptiert oder sogar gefordert wurde
- Auch leichtes ärgern von Bernds Seite aus wurde geduldet
- Pausen zwischen den Behandlungsschritten kürzer, zum Ende hin wieder länger
- Am Ende arbeitete der Kopf noch lange
- Umweltreize waren weniger bedeutsam als beim ersten Termin, ihre Konzentration war
vermehrt bei uns
- Direktes anlegen der Ohren, wenn weitere Personen dazu kamen oder vorbei gingen
- Warme Stellen um den Widerrist schon kleiner
- Probleme mit dem Knie? Es ,, gnukt‘‘ ( hinten rechts )
Falls wichtig: Verlust Pferd aus Nachbargruppe, mit dem sie häufig am Zaun stand und getüdelt
hat. Auch waren wir öfters mit dem Pferd zusammen spazieren/ ausreiten
Danach:
- Tag 1: legt direkt Ohren an, als ich kam. Wollte keinen Menschenkontakt und lieber bei der
Herde bleiben ( sonst schaut sie mich an oder kommt auf mich zu, wenn ich sie rufe )
- Hat am darauffolgenden Tag 4 Menschen ganz freundlich und offen begrüßt und hat sich nur
bei einer Person dazu entschieden doch die Ohren anzulegen.
Während des dritten Termins:
- Behandlung der Knie: sie war immer noch etwas skeptisch bei Berührungen der Knie, aber sie
hat es eher geduldet, als davor die male
- Sucht fleißig nach leckerlies und Belohnung
- Entspannt in der Sonne, ganz tief
- Nicht so schnell abgelenkt von der Umwelt, mehr Konzentration auf Bernd
- Weniger Fluchtversuche
- Beim richten der Kniescheibe bzw. Bein nach hinten weg strecken war Biene danach für kurze
Zeit abgeneigt, weiter zu machen
- Dann wollten wir ein kurzes Stück mit ihr gehen, aber sie wollte einfach nicht vorwärts. Zurück
zur Herde ging es dann auch im Trab
- Thema Blähungen kam auf
Danach:
- Biene ist gut drauf
- Pupst nicht mehr oder weniger als vorher
- Erkundet immer noch viel die Umwelt, bleibt stehen und horcht, aber die Zeit des
Stehenbleibens wird geringer und man kann sie durch ansprechen schneller erreichen als zuvor
- Wir waren den einen Tag zeitgleich mit einem ihrer Herdenmitglieder in den Wald los gegangen.
Die andere Stute war schneller und bog vor uns in eine andere Richtung ab, um im Ausritt
traben und galoppieren zu können. Wir aber wollten nur einen gemütlichen Spaziergang im
Schritt machen. Normalerweise rennt sie den anderen hinterher und wird panisch, wenn sie das
andere Pferd nicht mehr sehen kann. An diesem Tag lief sie anfangs zügiger hinterher, aber sie
fand andere Dinge in der Umwelt, die interessanter schienen und verfolgte das Pferd nicht.
Panisch wurde sie auch nicht nach Trennung. Lediglich beim späteren Wiedersehen auf letzter
Strecke und beim Antreffen einer größeren Kohltour entschied sie sich, bei der anderen ihr
vertrauten Stute zu bleiben und nahm das schnellere Tempo an.
- Am Montag nach der Behandlung schien sie etwas neben sich zu stehen. Sie mochte keine
Berührungen von Seiten des Menschen, aber Leckerlies und Anwesenheit von mir hat sie
trotzdem eingefordert. Ich durfte sie nicht anfassen, aber sie hat an mir geschnüffelt.
- Eine Stallkollegin erzählte mir, dass wenn sie den Stall mistet, Biene immer auf Abstand bleibt
oder weggeht. Dieses mal jedoch, kam Biene her und guckte, was sie macht und hat
angefangen mit den Mistutensilien zu spielen
- Sie wehrt weniger ab und überlegt mehr/ lässt sich mehr darauf ein
